Meine Mädels

MaiLee ist ein Mix aus belgischem und deutschem Schäferhund. Sie ist vor knapp 10 Jahren in unser Leben getreten. MaiLee saß in einem Tierheim in Köln und wurde mit 1,5 Jahren wegen Überforderung abgegeben. Sie hat mit ihrer quirligen und zutraulichen Art direkt unser Herz erobert. Wir haben uns direkt verliebt und wenige Wochen später durfte sie bei uns einziehen.

Wir haben alle Fehler bei ihrer Erziehung gemacht, die man sich vorstellen kann. Zum Glück auch vieles richtig. Wir haben sehr schnell eine tiefe Beziehung zueinander aufgebaut.
MaiLee hat uns doch einiges an Trainingsaufgaben mitgegeben. Von Impulskontrolle, Frustrationstoleranz, Leinenführung über das Ausgeben von Gegenständen bis zur Trennungsangst.

Die kleine JB ist 2 Jahre später eingezogen. JB ist ein Herder-Malinois-Mix und kam als Welpe zu uns. Sie war bereits im Welpenalter ein großer Wirbelwind. Nichts blieb ganz, alles wurde kaputt gemacht und Geduld war nicht vorhanden. Jedoch hat sie auch eine sehr verschmuste Seite und liebt es mit uns stundenlang zu kuscheln.
JB ist ein recht unsicherer Hund. Diesen Aspekt haben wir lange nicht wirklich ernst genommen. Somit haben wir ihre dezenten Hilferufe nicht gesehen und entsprechend falsch gehandelt.

So kam es, dass JB eine ausgeprägte Leinenaggression entwickelte, Menschen anging und einen gewissen Jagdtrieb entwickelte.

Getreu nach dem Motto gemeinsam sind wir stark machte MaiLee bei der Leinenaggression mit und ich hatte zwei kaum haltbare Schäferhunde an der Leine, die den anderen Hund gemeinsam attackieren wollten.

Es war für mich furchtbar. Ich traute mich kaum noch spazieren zu gehen. Ich war völlig fertig mit den Nerven. Ich suchte bei verschiedene Hundetrainern Rat, jedoch konnte mir keiner wirklich nachhaltig weiterhelfen. Es gab inzwischen auch Beißvorfälle und ich dachte ernsthaft über eine Abgabe nach. Aber wer würde solche Hunde nehmen? Ich wollte nicht aufgeben! Ich besuchte Seminare, Kurse, las Bücher und arbeitete an mir selbst.
Auf einem Seminar bekam ich den Tipp bezüglich Clickertrainings. Seitdem habe ich jede Hundebegegnung geklickert. Anfangs mehr schlecht als recht, da ich gar nicht genau wusste wie es funktioniert. Allerdings habe ich trotzdem schnell Veränderungen festgestellt. Es wurde immer besser. Wir hatten für uns drei eine eigene Strategie gefunden, wie wir Hunde an uns vorbeilaufen lassen konnten, ohne dass meine Mädels aggressiv in der Leine standen.

Inzwischen ist es einfacher geworden. Unsere feste Strategie kann immer mehr aufgeweicht werden. Ich gehe wieder gerne spazieren. Es ist egal ob ein Hund kommt oder nicht, wir meistern alle Begegnungen.

Mit JB habe ich intensiv an der Unsicherheit gegenüber fremden Menschen gearbeitet. Das war für mich auch nicht einfach. Ich musste fremde Menschen für unser Trainings ansprechen.
JB wird nie auf Anhieb fremde Menschen lieben und das ist ok. Wir haben auch an dieser Stelle für uns gute Möglichkeiten gefunden mit den Situationen umzugehen. Sie schnappt nicht mehr zu und wird viel schneller mit den Menschen warm.

Bei jeder Gelegenheit haben wir an unserer Leinenführung gearbeitet. Ich wollte von meinen 30 KG- Hunden nicht mehr hinterhergezogen werden. Wir haben unendlich viele Methoden ausprobiert. Durch die Einführung eines Freizeitmodus haben wir auch dieses Thema gut in den Griff bekommen.

Wenn ich zurückblicke haben wir den eigentlichen Durchbruch erst erreicht, als ich die Verhaltensweisen meiner Hunde akzeptiert hatte. Ich wollte meine Hunde nicht mehr um 180 Grad verändern. Daher haben wir für uns verschiedene Wege gefunden Situationen zu managen und dadurch kam dann auch die Gelassenheit.

Meine Mädels haben mich unglaublich weitergebracht. Durch die vielen Herausforderungen, mit denen ich nicht leben konnte und wollte, habe ich mich auf den Weg gemacht und viel Know-How aufgebaut.

Dadurch, dass ich alle Höhen und Tiefen erlebt habe, kann ich mich sehr gut in meine Kunden hineinversetzen. Ich möchte so gut ich kann meine Erfahrungen, mein Wissen und meine Gedanken weiter geben um anderen Mensch-Hund-Teams zu helfen.